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Die Brillenkamera tauscht das Videosignal gegen Speisung von ein paar Milliwatt.

Die Anschlussbox gibt ihr die Energie, mischt noch den Ton des Mikrofons dazu, aber braucht dafür einen Akku. Raus kommen hier zwei Chinch (RCA) Stecker, zum Anschluss an jedes beliebige analoge Videogerät.

CamCorder = Camera + ReCorder

Grundsätzlich unterscheide ich immer streng zwischen der Kamera, die das Bild liefert und dem Rekorder, Signal speichert oder überträgt.

Durch die modulare Bauweise wiegt der Ausfall eines Moduls nicht ganz so schwer, da es schnell durch ein anderes ersetzt werden kann. Die teuren, aber sehr vergänglichen Rekorder bleiben immer austauschbar. Ändert sich also eine Komponente, muss nicht das komplette System neu aufgebaut werden. Es ist dadurch sehr flexibel und kann an die unterschiedlichsten Bedürfnisse angepasst werden. Vielleicht ist das auch ein Nachteil: Im Gegensatz zu den beliebten "Kompaktanlagen" (rrrrr) führt die Modularisierung zu unendlichen Kombinationsmöglichkeiten, ist also eher was für LEGO-liebende "Kabelfreaks".

Neben der Kamera spielt die Anschlussbox eine wichtige Rolle. Sie bündelt alle Eingänge von Kamera, Mikrofon und Akku und liefert das meist analoge Audio/Video-Signal (AV), welches dann an jedes beliebige Videogerät angeschlossen werden kann.

Als Stromversorgung dienen Blockbatterien, Akkupacks aus Rundzellen oder z.B. dieses 12V Bleigel-Akku.

Die Richtige Wahl des Akkus entscheidet wesentlich über den Erfolg eines Systems. Der Akku braucht drei Eigenschaften, die immer im Gegensatz zu einander stehen. Er sollte eine hohe Kapazität haben um lange zu halten, klein & leicht sein sowie wenig Kosten. Die Energiedichte gibt an, wie hoch die Kapazität pro Gramm ist. Blei-Gel-Akkus haben die geringste, gefolgt von Nickel Cadmium Zellen (NiCd), NiMH und Lithium-Ion-Akkus, welche die höchste Energiedichte haben. Dafür haben sie auch den höchsten Preis bei der geringsten Haltbarkeit. Blei-Gel ist am preiswertesten und lebt so lange wie Ihre "Autobatterie". Die Wahl der Stunde sind Nickel-Metall-Hydrid (NiMH) Zellen, sie haben keinen "Memory Effekt" und eine akzeptable Dichte bei geringen Kosten.

Das Signal der Box kann auch an einen Video-Funksender gesteckt werden, der das Audio/Video-Signal (AV) dann drahtlos weiterleitet. Dieses Modell mit Gürtelclip und Batteriefach für 4 x 1,2V Akkus hat einen Anschluss für 5V-Kamera und Mikrofon.




Aufgezeichnet wird auf den Rekorder. Je nach Signal braucht er analoge oder digitale Eingänge. Bei mir war es u.a. ein analoger Videowalkman, der das AV-Signal maximal 4 Stunden aufnimmt.




1998 war das noch ein richtiger 12V-Camping-Videorecorder im Rucksack. Die Kopfkamera war ein Stirnband mit guter 12V Kamera und Weitwinkel Objektiv.

Das gelieferte AV-Signal der Anschlussbox kann an Fernseher, Videorekorder, Videokameras mit analog-Eingang, Computer mit analogem Videoeingang oder ein Videofunkset zur drahtlosen Übertragung angeschlossen werden. Geeignete Systeme findet man am Preiswertesten in der Kaufhalle oder bei eBay. Hierbei ist zu beachten, dass die beschriebene Reichweite von 500 Metern vielleicht im Weltraum erreicht werden kann. Im Haus in der Stadt ersetzt das Funkset ein gutes 10 Meter Kabel, was aber zur Schaffung der nötigen Mobilität vollkommen ausreicht. Um die Qualität zu Verbessern ist eine neue Antenne aus der WLAN-Bewegung eine gute Investition. Ein Ausweg stellen importierten Geräte dar, die in Deutschland aber nur mit einer Amateurfunk-Lizenz betrieben werden dürfen. Sie haben zwar meist eine andere Frequenz, dafür aber eine wesentlich höhere Sendeleistung, die bei bewegten Sendern eigentlich unabdingbar ist. Zulassungs-frei ist in Deutschland eine Leistung von 10mW auf dem Frequenzband von 2,4GHz, welches auch für WLAN und Bluetooth genutzt wird. Sender aus Übersee werden z.T. mit 200mW etikettiert.

Nachdem nun vielleicht klar ist, wie aus dem kleinen Kameramodul an der Brille ein Chinchkabel mit Audio und Videosignal entsteht, ist immer noch die große Frage: Wie nimmt man das dann auf? Gerne würde ich diese Frage noch weiter hinauszögern, denn spätestens jetzt lohnt es auch darüber nachzudenken wo man im Falle einer analogen Kamera die populäre Analog/Digital-Schnittstelle (A/D-Wandler) unterbringt. Ich persönlich war lange kein wirklicher Freund rigoroser Zahlenerzeugerei. Deshalb nutzte ich zur Aufnahme meines AV-Signals einen ebenfalls analogen Sony Videowalkman GV-S50E, den es bei Auktionen mittlerweile recht billig zu kaufen gibt. Der große Nachteil daran ist, dass die ohnehin schon fragwürdige Qualität der Kamera durch das Video8-Band nicht gerade besser wird. Dafür ist ein analoges System mehr in der Lage, die schnellen Bildwechsel der Kamera aufzuzeichnen. Denn genau daran scheitern viele der üblichen A/D-Wandler. Und während das von der Bildauflösung ausreichende Video8-Format schon seinen Zenit überschritten hat, ist die Entwicklung von Digitalisierern noch im vollen Gange.

Ein AV/DV-Wandler ist wie der Canopus ADVC50 ist extra zum Wandeln von analogem in digitales Video gebaut und lässt dank prämierten DV-Codec auf beste Qualität hoffen.

Als Standard für digitales Video hat sich die Familie der sogenannten DV-Codecs (CodiererDecodierer) etabliert. Je nach Typ und "Etikett" speichern sie entweder verlustfreies Video, was einer Datenrate von ca. 125 Megabit/Sekunde also 10 Disketten/Sek. entspricht. Die "normalen" DV-Codecs brechen dies mit einer verlustbehafteten Kompression von 1:5 auf 25Mbit herunter. Dieses DV-Signal kann dann von einem DV-Rekorder, einem DV-Camcorder oder einem Computer mit FireWire (IEEE1394) aufgezeichnet werden. Für 10 Minuten DV-Video verbraucht man knapp 2GigaByte Speicherplatz. Es gibt diverse Konverter, die analoges Video in DV wandeln. Manche der Geräte können auch den Rückwärtsgang, was sie z.B. im Videoschnitt brauchbar macht, um am Computer berabeitetes Material auf einem analogem TV-Monitor zu überwachen.

Ein DV-Camcorder mit analogem Eingang wie dieser Sony PC105 bietet manchmal die beste Qualität, manchmal schlimmste Artefakte.

Ein guter digitaler Camcorder hat einen solchen Analog/DV Wandler eingebaut. Diese Eigenschaft wird mit AVin bezeichnet. Leider ist mir aber aufgefallen, das bei vielen miniDV Geräten das Bild der hier verwendeten Mini-CMOS-Kamera mit starken Artefakten bestückt ist. Das äußert sich darin, dass sich große rechteckige Bildteile auslösen und damit eine Art Puzzle erzeugen. Was zwar auch seinen Charme hat, ich aber der Meinung bin, dass Effekte in die Videonachbearbeitung gehören und nicht aus der Not geborene Tugenden sind. Manchmal ist deshalb die Kombination eines externen AV/DV-Wandlers mit einem Camdorder mit DVin von Vorteil.

Ein Notebook plus externen A/D-Wandler ermöglicht in Verbindung mit einem Nokia CardPhone sogar das mobile live-streaming ins Internet.

Wie bereits erwähnt kann auch ein Computer, bzw. ein Notebook das DV-Signal direkt aufzeichnen, obwohl man hier langsam in die Gewichtsklasse kommt, die dem mitführen eines VHS-Camping-Videorekorders entspricht. Ein Notebook eignet sich aber gut zur Aufnahme des Materials, weil auf der Festplatte gespeichertes Material viel schneller zusammengeschnitten und damit entschlackt werden kann, was nach einer ausgiebigen RealityTV-Tour unbedingt nötig ist. Außerdem eröffnet sich z.B. durch ein Nokia CardPhone oder die Verwendung von WLAN (Wireless Local Area Network) die Möglichkeit, das aufgezeichnete Material mobil und live ins Internet zu übertragen. Ebenfalls erwähnt habe ich die Datenrate des DV-Stroms von ca. 25Mbit pro Sekunde. Diese Datenmengen sind schwer zu handhaben und gestatten es auf einer 80GB-Platte lediglich 5-6 Stunden Video zu speichern. Darum ist es sinnvoll das Material nach dem schneiden zusätzlich zu komprimieren um Speicherplatz zu sparen.

Ein AV/MPEG-Wandler spart schon beim Aufzeichnen Speicherplatz.

Es gibt allerdings auch Analog/Digital-Wandler, die das analoge AV-Signal statt in einen breitbandigen DV-Strom direkt in einen MPEG-Strom konvertieren. (MPEG = Motion Pictures Expert Group) Damit reduziert sich die Datenrate je nach MPEG-Codec auf 1-10 Mbit, was die Kapazität der Festplatte auf 30-100 Stunden Video ansteigen lässt. Der alte MPEG1-Codec von VideoCD's ist in viele preiswerte Wandler verbaut, bietet aber nur mäßige Qualität, da die Auflösung auf 1/4 beschränkt ist. Dabei ist eine Rate von 1-3Mbit üblich. MPEG2 ist für höher aufgelöste Videos geeignet und z.Zt. der Standard für Digitales Fernsehen und Video-DVD's. Üblich sind 2-7Mbit. MPEG4 verwendet eine Reihe neuer Funktionen zur Kompression und ist für normale Fernsehauflösung geeignet. Er wird ein Stück symetrischer als die Vorgänger, da auch beim Dekodieren viel Rechenleistung auf die Verbesserung der Bildqualität verwendet wird. Übliche Datenraten liegen bei 0.7-3.0 Mbit.

Eine Videofestplatte ist ein Taschencomputer mit der Funktionalität eines Videorekorders. Der mitgelieferte AV/MPEG-Wandler dieses Archos AV100 ermöglicht fast endlose Aufnahme als MPEG4-Video.

Die Kombination eines AV/MPEG-Wandlers und einer Festplatte zum Aufzeichnen liegt also am Nächsten, daher war es nicht schwer zu erwarten, dass ein entsprechendes Gerät, was beide Funktionen vereint, bald in den Händen liegt. Auch wenn es dort ziemlich warm wird und mit den integrierten Akkus gerade mal 1-2 Stunden Betriebszeit hat. Mein speziell für den Archos entwickelter Akkugürtel verlängert diese Zeit auf 15 Stunden MPEG4-Aufzeichnung auf eine 80GB-Platte.

Wunderbar, doch was habe ich konket damit vor?


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